Knacken aus dem Antrieb; Getriebeausgangswellenlager defekt?!

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  • Knacken aus dem Antrieb; Getriebeausgangswellenlager defekt?!

    Hallo zusammen,

    der Rotax V990NG gilt ja allgemein als robust - umso mehr erstaunt mich mein aktueller Befund hinsichtlich eines Knackens aus dem Antriebsbereich.
    Ich habe kürzlich erst meine RSV1000RR erworben. Das Gefährt war recht günstig (3100€ mit Zentralständer und Heber vorne und hinten sowie Soziussitzbank und Originalauspuff) und stand in der Nähe, daher habe ich in Kauf genommen daran möglicherweise noch etwas tun zu müssen. Viel zu lose hing die Kette (und hat natürlich entsprechende Geräusche erzeugt), deutlich verdreckt war der Bereich des vorderen Ritzels. Ich bin in Unwissenheit ob eventueller Probleme von abgeschleudertem Kettenfett ausgegangen. Erste Maßnahme: Kette nachspannen, auf die korrekten 25mm. Dann fiel mir beim durchdrehen des Hinterrades ein knacken auf, was deutlichst von Rahmen und Schwinge aus übertragen wurde. Radlager dachte ich - nach dem lösen der Mutter war es nämlich weg. Also kurzerhand 4 neue SKF C3 Lager ins Hinterrad eingebaut. Das Geräusch war vorerst weg, kam nun jedoch nach kürzester Zeit wieder.

    Mir sind nun 3 Sachen aufgefallen:
    1) Die optisch frische Kette und Ritzel samt Kettenblatt hat ungleichmäßigen Durchhang. Kette ist eine 525 ZVMX von DID, Ritzel und Kettenblatt sind von JT Sprockets. Nach so kurzer Laufleistung von max. 2000km (wurde beim Vorbesitzer getauscht) eigentlich unmöglich, ist aber so. Wir reden von ca. 3-4mm Differenz.
    2) Kettengleitschiene der Schwinge (die große) ist zerbröselt und hing unter der Abdeckung. Nicht ganz ungefährlich. Neue ist bestellt, wieder 50€ weg...
    3) Das Knacken kommt ganz offensichtlich von der Getriebsausgangswelle. Der Dreck in diesem Bereich vom undichten Simmering. Drehe ich das Rad 180° und ziehe erneut an der Kette, knackt es einmal lautstark. Dieser Zustand ist reproduzierbar. Komischerweise lässt sich die Welle jedoch beim demontiertem Ritzel völlig frei drehen. Auffällig ist hier ein Axialspiel von ca. 1/2mm. Ist das normal?!

    Ich bin nun etwas vor den Kopf gestoßen. Offenbar wurde die Kette nicht gespannt, weil damit das Knacken vertuscht werden sollte. Klar, ohne Kettenspannung kein Knacken.
    Dummerweise sieht es so aus als müsse der Motor komplett raus, Zylinder runter, spalten, altes Lager raus, neues rein, wieder zusammenbauen.

    Habt ihr schon einmal solche Schäden gehabt? Ich wollte eigentlich diese Saison noch fahren und genießen, aber wenn das Lager den Geist aufgibt und blockiert, kann ich einpacken.

    Ich habe nun vor den Simmering rauszunehmen und mir das Lager mal von außen anzuschauen, evtl. erkennt man einen gebrochenen Käfig.

    Welche Dichtungen würdet ihr nehmen für die erneute Montage? Athena Dichtsätze kosten rund 220€, dazu das Lager.

    Freue mich auf jegliche Tipps und Ratschläge zu diesem Thema.

    VG,
    Phil

  • #2
    Hi Phil,
    axial 1/2mm ist nicht schlimm, prüfen ob die Antriebwelle radiales Spiel hat. Da darf nichts spürbar sein. Welle/Ritzel fühlen und Kette kräftig zusammendrücken. 1/4 Umdrehung Welle drehen usw. Ggf. Kette runter nehmen und nochmal per Hand fühlen.
    Schau Dir nochmal hinten den Kettenradträger mit dem Kettenrad genau an. Sind da alle 5 KeRa Bolzen mit 50 Nm festgezogen? Die Bolzen schlagen auch nicht von innen gegen die Schwinge? Die T-Distanzbuchse zwischen den KeRa Lagern ist verbaut? Das KeRa läuft rund (wäre nicht das erste das eiert)?
    Knacken kommt auch manchmal von den Ruckdämpferbuchsen. Die KeRa Bolzen vor dem Einsetzen in die Ruckdämpferbuchsen mit etwas Fett dünn (!) einstreichen.
    Wenn tatsächlich das Getriebeausgangslager ist, muss der Motor komplett auseinander, das macht keinen Spass und ist nicht billig. Kompletter Dichtungskit, am Besten mit verstärkter Mittendichtung (nicht die einfache Papierdichtung). Dazu das Lager und das Gegenlager. 300-350.-€ musst Du rechnen.
    Ich drücke Dir die Daumen, dass es was einfacheres ist!

    Gruß Felix

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    • #3
      Hallo Felix, danke für deine Anregungen! Die Kettenrad Bolzen sind leicht gefettet, der Kettenrad Träger lässt sich problemlos von Hand entfernen. Die Buchsen sind zwar nicht nagelneu, aber vom Zustand ok. Das knacken tritt ja auch bei verhältnismäßig geringer Last auf. Fest sind sie alle. Schwinge hat keinen Kontakt, die Spacer sind alle korrekt verbaut.
      Dummerweise spüre ich eine minimale Bewegung im Ritzel, wenn ich das Knacken reproduziere. Ich könnte es nur mal versuchen mit einer Messuhr zu quantifizieren. Es lässt sich jedenfalls absolut weich und ruckfrei durchdrehen.

      Woher beziehe ich denn die verstärkte Dichtung für die Blockhälften?
      Sicherlich kämen weitere Kosten wegen Kleinteilen hinzu. Der Indexhebel könnte verschlissen sein, wie gut der Kupplungskorb aussieht, weiß ich auch nicht. Die ganzen elementaren Lager würde ich alle versuchen zu ersetzen.

      VG,
      Phil

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      • #4
        Moin Phil,
        radiales Spiel im Lager darf nicht fühlbar sein, falls doch ist es hinüber.
        Verstärkte Mittendichtung gibt es auch im Dichtungssatz komplett. Der ist ein wenig teurer so 260-280.-€. Die mit der schwarzen Mittendichtung sollten die richtigen sein. Die einfache Dichtung ist grün.
        Vielleicht hilft auch das ein wenig weiter: https://www.apriliaforum.net/forum/w...-motordichtung
        Wenn Du die anderen Rollenlager und Simmerringe auch wechselst geht es eher in Richtung 500.-€ + x, dann noch den Indexhebel... ist aber alles machbar.
        Kupplungskorb geht i.d.R. nicht so schnell kaputt.

        Gruß Felix

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        • #5
          Hallo,

          was du noch prüfen könntest ist die Aufnahme vom Kettenradträger, die ist nochmals separat an der Felge verschraubt und hat sich auch schon bei manchen gelöst.
          Das würde auch erklären warum du nach einer halben Hinterradumdrehung das knacken provozieren kannst, und warum es weg ist wenn du die Achsmutter löst.

          Gruß,
          Simon

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          • #6
            Wenn ich ganz viel Glück habe, ist es die Kette. Die ist nicht in Ordnung und nicht überall gleichlang. Möglicherweise ist ein Gelenk Schuld am Dilemma. Die ist zwar wohl erst 2000km alt, aber wenn die mal zu fest gespannt war oder permanent gegen die Schwinge aufgrund fehlender Spannung geschlagen hat, könnte ich mir das theoretisch vorstellen.

            Was definitiv defekt ist, ist der Simmering der Getriebeausgangswelle. Das ist auch offenbar nicht der erste, am Gehäuse sind leichte Spuren erkennbar von unsachgemäßen Wechselversuchen. Zudem fehlt jegliche Kennzeichnung eines Qualitätsproduktes. Hat jemand die Artikelnummer oder die Maße zur Hand? Ich kann das Teil nicht im ETK finden.


            VG,
            Phil

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            • #7
              Hi Phil,
              hier bei Wendel die Nr.23:

              Würde einen BASL mit Staubschutzlippe nehmen. Wenn nicht in 7,5, dann in 7 oder 8mm.
              Eine ZVMX in 2000km zu Tode geritten ist fast unmöglich, wenn der ganze Kit gewechselt wurde.
              Ich drücke Dir weiterhin die Daumen.

              Gruß Felix

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              • #8
                Ach klasse, danke! Habe soeben lokal einen passenden Simmering aus Viton bekommen. 30x47x7 BASL.

                Es ist offenbar doch der Originalsimmering verbaut, sieht exakt nach Aprilia Originalteil aus. Komisch, dass es nicht gekennzeichnet ist.

                Wie viel Öl kommt mir entgegen, wenn ich den Simmering entferne? Habe gerade frisches Motul 300V eingefüllt, falls das mehr als 1L ist, will ich versuchen das Bike zu neigen. Kann dann ein Kumpel festhalten. ????

                Die Kette hatte ich genau deshalb ausgeschlossen. Aber sie ist faktisch ungleich gelängt. Oder irgendetwas ist exzentrisch...

                VG,
                Phil

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                • #9
                  Moin Phil,
                  da kommt nichts raus, max.1-2Tropfen.

                  Gruß Felix

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                  • #10
                    Kleines Update zum Abend:
                    Die Lager der Ausgangswelle sind definitiv nicht mehr ganz frisch. Es gibt mindestens eine Position, wo die Paarung Kugeln und Innen-/Außenringposition ein etwas raueres Gefühl erzeugen. Der Käfig ist intakt, Spiel in radialer Ausprägung ist nicht merklich vorhanden. Wann die nun den Geist aufgeben, kann man nicht sagen. In Anbetracht der niedrigen Drehzahlen behaupte ich die tun noch relativ lange ihren Job. Für diese Saison reicht es mit ziemlicher Sicherheit. Sobald meine FZR läuft und ich ein weiteres Motorrad zur Verfügung habe, kann man über einen Wechsel nachdenken.
                    Der neue Simmering sitzt stramm im Gehäuse und dichtet richtig ab, das Originalteil ist beinahe rausgefallen. Das waren wertvolle 8€.

                    Das Knacken ist nach etwas lockerer gespannter Kette nicht mehr vorhanden. Durch die neue Gleichtschiene schlägt sie auch nicht mehr. Ein Freund ist der Überzeugung, dass der ungleichmäßige Kettendurchhang vom hinteren Kettenrad kommt. JT Sprockets ist der Hersteller, eigentlich ist das kein Schrott...

                    Wie würdet ihr vorgehen? Ich werde als erstes Versuchen Kettenrad und Ritzel mit einer Messuhr abzutasten, allerdings wird es nicht ganz leicht eine gute Bezugsebene zu finden. Die Buchsen im Ruckdämpfer könnte ich noch ersetzen.

                    VG,
                    Phil

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                    • #11
                      Wenn es das Ausgangslager ist, würde ich das schnell tauschen.
                      Denn wenn es hinüber ist, fallen irgendwann die Kugeln in den Motor und den Rest kannst du dir denken.
                      Ich spreche aus Erfahrung

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                      • #12
                        Ohje, ist bei dir auch passiert?

                        Ich werde das angehen, sobald die FZR läuft. Bis dahin will ich die RSV anderweitig in makellosem Zustand haben und wissen, ob ich sie langfristig behalte.

                        VG,
                        Phil

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                        • #13
                          Ja. Die Gründe dafür sind aber unklar.
                          Ich hatte es etwas übertrieben und wollte vom Gardasee noch nach Hause fahren (hatte es eilig). Irgendwo bei Aalen musste ich dann den ADAC rufen, weil die Kurbelwellenlager wegen den Spänen gefressen hatten. Zum Glück bin ich nicht auf die Fresse geflogen, weil sich die Kugeln im Getriebe verkeilt haben. Es lagen ziemlich viele im Motor.
                          Wenn es so weit ist, merkst du es aber sehr deutlich. Das Lager mahlt unglaublich und spätestens wenn die Kette überspringt wird es mehr als deutlich.
                          Vom ersten Geräusch (rollen lassen neben einer Leitplanke) bis Katastrophe dauerte es rund 4000 km.

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