Extremes Kupplungsklackern bei nicht gezogener Kupplung

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  • Extremes Kupplungsklackern bei nicht gezogener Kupplung

    Moin zusammen, ich habe die Suchfunktion bemüht und etwas Ähnliches im RP-Forum gelesen.

    Und zwar macht mein Donnerlittchen, die ich gerade neu erworben habe, ganz extremen Krach im Stand von der Kupplungsseite. Sobald man die Kupplung zieht, ist dieses störende Geräusch weg und man hört wie schön samtweich der V2 läuft.
    Meine Tuono hat nun knapp 44tkm drauf und wurde von einem Vorbesitzer auf der Rennstrecke gefahren und auch schon im Kiesbett abgelegt - nicht nur ein Mal, wie es aussieht.
    Beim Ölwechsel vorgestern hab ich mich erst gefreut, dass quasi nichts an der Magnetsblassschraube zu finden war, allerdings zeigt der Ölauffangbehälter reichlich "Bröckchen" auf, wo ich die Hoffnung hatte, dass es sich womöglich um Fragmente der Kupplungsreibscheiben handelt.
    Das Kupplungskit von TRW ist heute gekommen und ich habe das Öl wieder rausgeschmissen, sowie die alten Kupplungsbeläge samt Stahlscheiben.
    Nur sieht es da nicht halb so wüst aus, wie ich mir erhofft habe.
    Was allerdings eigentlich gegen einen Kupplungsverschleiß sprach war die Tatsache, dass diese weder rutschte, noch sonst irgendwie Probleme bereitete beim Fahren.
    Kein Problem mit Leerlauffindung, sauberemTrennen, o.ä.
    Meine Befürchtung, dass sich auch nach dem Einbau der neuen Reibscheiben an besagtem Klackern nichts ändert ist recht groß.
    Kann das Klackern tatsächlich an verschlissenen Druckfedern liegen? Gut, die habe ich natürlich auch in neu hier liegen.
    Denn das Lager in der Druckplatte fühl sich nach meinem Empfinden okay an.
    Was ist aber mit dem Lager des Kupplungskorbs? Das dürfte doch das einzig weitere Lager im Bunde sein, oder?
    Ich bin mir darüberhinaus total unsicher, ob das Spiel, was der Kupplungskorb hat, so okay, oder absolut nicht okay ist.
    Ich habe ein paar Bilder eingestellt, in der Hoffnung Euch das irgendwie deutlich zu machen.
    Leider klappt es nicht mit dem Video.
    Der Kupplungskorb hat ca. 3-4mm Spiel, wenn ich ihn mit 2 Händen hin- und herbewege. Gehört das so??
    Ich danke Euch vielmals im Voraus für Eure hilfreichen Tipps!
    Angehängte Dateien
    Zuletzt geändert von Thomas77; 20.05.2023, 16:46.

  • #2
    Hi Thomas,
    3-4mm Spiel ist zu viel. Erhebliche Geräusche aus Richtung Kupplung. Die Bröckchen sehen auch nicht vertrauensbildend aus.
    Das Ausrücklager ist ok, schreibst Du, kein größerer metallischer Abrieb an der magnetischen Ablass-Schraube. Kupplungsscheiben ohne erkennbaren Schaden.
    Schau mal, ob die Zentralmutter der Kupplung richtig fest ist. Besteht da axiales Spiel?
    - Wenn dort alles ok ist, würde ich die Kupplung rausnehmen und komplett checken! Schrauben der Ruckdämpferplatte (gerade bei einem Kringel-Moped). Ruckdämpferplatte auf Bruch. Inneres Gleitlager auf Verschleiß usw.

    Gruß Felix

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    • #3
      Zitat von felix Beitrag anzeigen
      Hi Thomas,
      3-4mm Spiel ist zu viel. Erhebliche Geräusche aus Richtung Kupplung. Die Bröckchen sehen auch nicht vertrauensbildend aus.
      Das Ausrücklager ist ok, schreibst Du, kein größerer metallischer Abrieb an der magnetischen Ablass-Schraube. Kupplungsscheiben ohne erkennbaren Schaden.
      Schau mal, ob die Zentralmutter der Kupplung richtig fest ist. Besteht da axiales Spiel?
      - Wenn dort alles ok ist, würde ich die Kupplung rausnehmen und komplett checken! Schrauben der Ruckdämpferplatte (gerade bei einem Kringel-Moped). Ruckdämpferplatte auf Bruch. Inneres Gleitlager auf Verschleiß usw.

      Gruß Felix
      Danke Dir, Felix.
      Eieiei.. das hört sich nicht so geil an! Die Zentralmutter scheint fest zu sein - am Korb und Stern der Kupplung habe ich in sämtliche Richtungen rumgerüttelt - da habe ich in keine Richtung Spiel wahrgenommen.
      Kupplung rausnehmen kann ich aber alles durch die aktuell vorhandene Deckelöffnung, korrekt? Also ich muss dafür nicht den kompletten rechten Gehäusedeckel runternehmen, richtig?
      Gucke noch, ob ich mein "Spezialwerkzeug" von meiner alten Duc noch habe, um den Stern gegenzuhalten zum Lösen der Zentralmutter.
      Dann komme ich an die Ruckdämpferplatte dran, richtig?

      Danke Dir und Gruss, Thomas
      Zuletzt geändert von Thomas77; 20.05.2023, 17:44.

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      • #4
        Hi Thomas,
        Deckelöffnung reicht nicht, da muss der rechte Motordeckel ab. Muss auch Kühlwasser raus. Besser Öl aus der Motorablass-Schraube unten neben dem Ölfilter auch. Geht auch auf dem Seitenständer ohne Öl raus, aber so 100-300ml können kommen, manchmal aber gar nichts. Neue Dichtung für den Deckel ist Pflicht. Alles kein Beinbruch. Die Zentralmutter ist mit grünem, hochfestem Loctite gesichert. Musst Du lokal auf ~130-180°C anheizen, sonst geht sie nicht auf.

        Gruß Felix
        Zuletzt geändert von felix; 20.05.2023, 17:40.

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        • #5
          Oh nein... mein Alptraum!
          Ich hab das Ding gerade erst seit 3 Wochen und schraube schon mehr als ich fahre.
          Verdammt!
          Trotzdem meine vielleicht blöde Frage: Warum muss man zum Korb ausbauen den Gehäusedeckel runterbauen? Das sieht so aus als würde das passen - wie bei meiner alten Duc damals.

          Mutter echt heiß machen? Schlagschrauber tut's also nicht?
          Okay... ich versuche mich damit abzufinden...

          Wo genau befindet sich das Lager, was Du genannt hast? In der Ruckdämpferplatte?

          Aber was erwartet mich dann dahinter was die Ursache für das große Spiel des Kupplungskorbs ist?

          Wahrscheinlich noch mehr böse Überraschungen, nehme ich an?
          Ach joh, solange ich das alles noch selbst irgendwie hinkriege, ist es zwar ärgerlich, dass ich gerade nicht fahren kann, aber ansonsten ja nicht tödlich.

          Gruss, Thomas
          Zuletzt geändert von Thomas77; 20.05.2023, 18:44.

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          • #6
            Zitat von felix Beitrag anzeigen
            Hi Thomas,
            Deckelöffnung reicht nicht, da muss der rechte Motordeckel ab. Muss auch Kühlwasser raus. Besser Öl aus der Motorablass-Schraube unten neben dem Ölfilter auch. Geht auch auf dem Seitenständer ohne Öl raus, aber so 100-300ml können kommen, manchmal aber gar nichts. Neue Dichtung für den Deckel ist Pflicht. Alles kein Beinbruch. Die Zentralmutter ist mit grünem, hochfestem Loctite gesichert. Musst Du lokal auf ~130-180°C anheizen, sonst geht sie nicht auf.

            Gruß Felix
            Hi Felix,

            was hiervon könnte alles die Ursache des zu großen Spiels des Kupplungskorbs sein?
            So gaaanz langsam glaube ich das mit der Ruckdämpferplatte zu begreifen...



            Gruss, Thomas
            Zuletzt geändert von Thomas77; 20.05.2023, 19:04.

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            • #7
              Hi Thomas,
              schreib Dir gleich noch was dazu, muss jetzt aber kochen, gibt Spargel mit Hähnchenbrust.
              Dass der Kupplungskorb nicht durch die Öffnung passt ist einer der wenigen faux pas beim Rotax, könnte so schon einfach sein...

              Gruß Felix

              Kommentar


              • #8
                Zitat von felix Beitrag anzeigen
                Hi Thomas,
                schreib Dir gleich noch was dazu, muss jetzt aber kochen, gibt Spargel mit Hähnchenbrust.
                Dass der Kupplungskorb nicht durch die Öffnung passt ist einer der wenigen faux pas beim Rotax, könnte so schon einfach sein...

                Gruß Felix
                Dann lasst es Euch schön schmecken - bestimmt mit Sauce Hollandaise, richtig?

                Bis später!

                Gruss, Thomas

                PS: Fauxpas ist gar kein Ausdruck! Was ne Perversion!

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                • #9
                  Hi Felix,

                  ich hoffe es hat gemundet!

                  Ist das hier die besagte Ruckdämpferplatte?

                  Also ein nicht unwesentlicher Teil der Antihopping-Kupplung, richtig?

                  Dann kann ich auch verstehen, warum das Ding auf der Renne sicherlich mehr Belastung abbekommt als im normalen Straßenverkehr.

                  Und der Korb ist mit dieser Platte verbunden - in welcher Form auch immer - und bei Verschleiß, oder Defekt der Platte, oder der Federn, kommt dieses übermäßige Spiel zustande, richtig?

                  Also macht es wahrscheinlich großen Sinn den Korb samt Ruckdämpferplatte gegen einen nicht ausgenudelten Gebrauchten auszutauschen, so wie dieser hier, z.B.?:

                  https://www.ebay.de/itm/143380666289...mis&media=COPY

                  oder


                  https://www.ebay.de/itm/144540943726...mis&media=COPY

                  Es kann natürlich auch alles Käse sein, was ich hier denke nachvollziehen zu können. Aber Du wirst mich dann sicherlich gleich eines Besseren belehren.
                  ich bin gespannt.

                  Gruss, Thomas
                  Angehängte Dateien
                  Zuletzt geändert von Thomas77; 20.05.2023, 20:40.

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                  • #10
                    Hi Thomas,
                    jepp, Souce Hollandaise, hat geschmeckt. Der Spargel wird von Woche zu Woche im Geschmack kräftiger. Macht voll Laune.
                    So, zum Problem:
                    Ich habe mal gelernt: Vor der Therapie kommt die richtige Diagnose. Meine Glaskugel ist im Moment beim Service, also bleibt nichts übrig als die Kupplung zu demontieren und die Teile einer Beurteilung zu unterziehen. So ein extremes Klappern ist nicht normal, also wirst Du die Ursache auch finden. Dass der Innenkorb kein Spiel aufweist ist schon mal gut. Dann scheint das Getriebewellenlager in Ordnung zu sein. Aber: Erst Diagnose, dann Therapie.
                    Die Überlegung, dass die Ruckdämpfereinheit auf der Renne mehr belastet wurde, ist auch meine. Muss nicht zwangsläufig zu einem Defekt führen, aber Symptome sind ja schon vorhanden. Also: Nachsehen.

                    Gruß Felix
                    Zuletzt geändert von felix; 20.05.2023, 21:19.

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                    • #11
                      Hi Felix, na klingt als wäre es lecker gewesen!

                      Erst Diagnose, dann Therapie... vielleicht hilft es ja, wenn ich es zu meinem Mantra mache!

                      Was für ein schreckliches Vorgehen für einen absolut geduldfreien Menschen!

                      Jaaa okay, ich versuche dann mal nicht voreilig eine andere Kupplung zu kaufen, sondern schaue erstmal was Sache ist.

                      Dumme Frage: Ich Schrauberbuch steht was davon, dass man erst den vorderen Zylinder vor Kupplungsdemontage zuerst auf OT stellen soll.
                      Wird das evtl. für das Blockadewerkzeug benötigt?
                      Denn ansonsten könnte ich gerade die Notwendigkeit nicht nachvollziehen.

                      Wie blockierst Du die Kupplungsnabe?

                      Danke und Gruss, Thomas
                      Angehängte Dateien

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                      • #12
                        Hi,
                        habe eine alte Kupplungsscheibe und eine Reibscheibe aufeinandergelegt und 2 gegenüberliegende Löcher durchgebohrt. 2 Schrauben mit Mutter durch und fertig ist das Haltewerkzeug. Dann Kurbelwelle mit Blockierschraube blockiert, Zentralmutter ausreichend angeheizt und gib ihm... Theoretisch geht auch: Gang rein, voll auf die grandios funktionierende Hinterradbremse. Da ist aber so viel Spiel in der Kette usw., dass man jedes Gefühl für das aufgewendete Drehmoment verliert.

                        Gruß Felix

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                        • #13
                          Klingt klug mit Stahl- und Belagscheibe!

                          "Kurbelwelle mit Blockadeschraube blockiert?"
                          Wie/wo muss da was für eine Schraube rein um die Kurbelwelle zu blockieren?
                          Hab eben nochmal ungläubig neben meinem "Donnerlittchen" gestanden. Kühlwassbehälter muss runter, damit ich überhaupt an alle Schrauben vom Gehäusedeckel rankomme, korrekt?
                          Och das wäre alles sooo schön gewesen, wenn die Konstrukteure von Aprilia und Ducati mittags mal zusammen nen Espresso getrunken hätten...

                          Gruss, Thomas

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                          • #14
                            Hi Thomas,
                            der Rotax ist aus Österreich zugekauft. Ein Bier abends in der Wirtschaft hätten es wahrscheinlich auch getan.
                            Zur Blockierschraube wurde hier schon was mit Bildern geschrieben: https://www.apriliaforum.net/forum/w...6lleck-ursache
                            Das ist eine M8. Statt dessen eine angespitzte Schraube M8x100 oder 120 im Kolben OT reindrehen. Den OT kann man gut durch ein Kerzenloch mit einem Kabelbinder fühlen (keine scharfen Gegenstände wie Schraubendreher oder ähnliches). Man merkt auch ganz gut wenn die Schraube dann in die Kurbelwellennut im OT einrastet. Schraube nur handfest eindrehen.
                            Die M8 Blockierschraube vorne auf ca. 3mm Durchmesser anspitzen. Vorher 2 Muttern auf die Schraube drehen, die kann man nach dem Anspitzen dann runterdrehen und sie schneiden das angefeilte Gewinde wieder nach. Vielleicht die Muttern noch 2-3mal wieder drauf und runterdrehen. Dann ist das Gewinde wieder fit. Wichtig, da sonst die vergnaddelte Stahlschraube das Alugewinde im Motorblock beschädigen könnte. Passender Gewindeschneider geht natürlich auch.
                            Die Kurbelwelle von der linken Motorseite durch die Öffnung im LiMa Deckel per 14er Inbus drehen.

                            Gruß Felix
                            Nach getaner Arbeit: Seitendeckelschraube M8 und Kupferdichtring drunter mit 19Nm anziehen.
                            Zuletzt geändert von felix; 20.05.2023, 22:49.

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                            • #15
                              Moin Thomas,
                              Felix hat ja schon alles wesentliche gesagt, aber da ich das ganze auch schon mal durch habe noch ein Tip zur Diagnose:

                              Schneide mal aus dem Ölfilter ein Stück heraus und wasche das ordentlich mit Benzin aus. Altes Würstchenglas oder sowas geht ganz gut.
                              Dann auf ganz feinen messingfarbenen Abrieb kontrollieren. Wenn vorhanden könnte das auf eine eingelaufene Laufbuchse im Kupplungskorb hinweisen.

                              Sieht dann so aus:

                              Ursache ist ein ausgeschlagener Ruckdämpfer. Dann 'eiert' der Korb übertrieben gesagt etwas auf der Welle.
                              Das Problem mit den augeschlagenen Ruckdämpfern haben übrigens viele große Zweizylinder.

                              Gruß Gerd

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