Revision Federbeinumlenkung

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    ​ Hallo allerseits

    Im alten Forum wollte ich eigentlich noch ein Thema abschliessen bezüglich der Federbeinumlenkung und der daraus entstandenen Schrauberprobleme. Und um dem re-gelaunchten Forum auch einen Beitrag zu dessen Befüllung zu leisten liefere ich hier mal meine Erkenntnisse und Lösungen nach.

    Angefangen hat es damit, dass meine Gabel im Sommer '18 undicht wurde, und diese selbst nach einem Gabelservice (der war aber auch stümperhaft) bereits nach 2500km bereits wieder Öl verlor (zu dem geh ich nie wieder). Zum Glück hab ich kurz darauf einen besseren "Partner" gefunden, der selber neben Seiner Arbeit in der Werkstatt viel auf Rennstrecken unterwegs ist und überhaupt viel Passion für Zweiräder mitbringt. Der macht super Arbeit und kann sich folglich kaum vor Aufträgen retten. Deshalb hat er auch nichts dagegen wenn jemand selbst schraubt und auch mal nur Teile vorbeibringt oder bestellt usw. Jedenfalls schickt der ein zwei mal im Jahr eine Ladung Dämpfer zu Öhlins in die Revision, das käme dann günstiger. Und meine Gabel war dann auch mit dabei. Das Federbein dann auch, weil wir schon dabei waren. Und weil das Federbein nun auch draussen war dacht ich mir mach ich die Lager der Umlenkung auch gleich mit.

    Nun um das vordere der drei Lager der Umlenkung auszubauen müssen die mittleren Krümmer raus. Weil meine alte Lady aber schon einige Jahre und km auf dem Buckel hat liessen sich die zusammengegammelten Teilstücke nicht mehr auseinander nehmen - keine Chance - was hab ich geflucht... Also die komplette Auspuffanlage raus. Und mangels Rostlöser und Kriechöleinsatzes ist mir dann eine der 4 Stiftschrauben des vorderen Flammrohres zum Zyl-kopf abgebrochen - noch mehr geflucht...

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ID: 244

    Alle Versuche den Stummel der Schraube ohne spanabhebende Bearbeitung rauszubekommen sind gescheitert. Diese Schraube ist mit hochfestem Loctite fixiert. Diese Verbindung müsste auf 210°C aufgeheizt werden um sich lösen zu lassen. Aber ich musste einsehen, dass solange da noch der ganze Motor dranhängt es ein Ding der Unmöglichkeit ist das genügend warm zu bekommen (Wärmekapazität, auch mit abgelassenem Öl und Kühlwasser keine Chance). Zylinderkopf ausbauen war mir zu heiss also hatte ich dann wohl oder übel zur Bohrmaschine gegriffen. Ging eigentlich ganz gut bis dann, naja. Schraubenstummel abgeschliffen (anscheinend nicht plan genug), gekörnt, zentriergebohrt, und schön mit kleinen Bohrern angefangen. Ich hatte sogar extra noch frische hochwertige Bohrer gekauft. Mit dem vorletzen Bohrdurchmesser war dann nur noch ein dünner Kragen davon übrig was mal diese Schraube war. Mit dem Ansetzen des finalen 4.8mm Bohrers ist dieser Kragen dann einseitig eingebrochen, was mir den Bohrer dann verzogen hat. Und weil der Z-kopf weicher ist als die Stiftschraube ist der Bohrer dann langsam seitlich davon gewandert. Autsch. Ich würd mal schätzen 0.8mm daneben. Eine kleinere Katastrophe bei der Metallbearbeitung. Aber halb so schlimm. Hab dann ein Langloch in den Flansch des Krümmers geschliffen dass es wieder passt.

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ID: 245

    Und wieso erzähl ich das alles? Benutzt bloss Kriechöl für angegammelte Schrauben!

    Neue Stiftschraube: Ihr könnt also gefahrlos 15mm tief bohren falls ihr auch mal das Vergnügen habt. Das längere Ende steck im Zyl-kopf.

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ID: 246
    Zuletzt geändert von Cruise Missile; 06.10.2020, 11:34. Grund: Bilder waren weg

  • #2
    Und dann wollte ich noch zeigen wie meine Lager aussahen und wie ich diese vor Spritzwasser geschützt habe.

    Also das vordere der 3 Lager war noch in Ordnung gewesen und sah fast wie neu aus (Die Krümmergeschichte wäre gar nicht nötig gewesen ​​ ). Das untere der beiden hinteren Lager hatte praktisch keine Wellendichtung mehr. Da war so viel Rost, dass sogar der Aluminiumknochen agegammelt war. Eine neue Wellendichtung hätte darin gar nicht mehr gehalten. Also einen neuen Knochen aus e-bay gezogen. Lager wie in den Bildern unten ersetzt. Einige haben zwecks Zentrierung des Knochens Teflonscheiben eingebaut. Das hielt ich aber für nicht so sinnvoll da Teflon nicht so flexibel ist. Wenn die Scheiben zu dick sind verlieren die Nadellager ihre Funktion und das Gelenk wird zum Gleitlager degradiert, wenn sie zu dünn sind kommt da trotzdem Strassendreck rein und die Lager fangen früher oder später wieder an zu gammeln. Ich habe als zusätzliche Dichtung gegen das Spritzwasser pro Seite zwei konzentrische x-Ring Dichtungen verwendet und alles mit ordentlich Fett eingepackt. Das sieht eigentlich vielversprechend aus. Obs hält wird sich zeigen.
    Aktuell weiss ich grad nicht mehr woher ich diese Dichtungen hatte und welche Masse das genau waren. Kann ich aber noch rausfinden und nachliefern.
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    Und übrigens die Schmiernippellösung habe ich nicht übers Herz gebracht anzuwenden. Die Nippel hatte ich schon bestellt aber ein Loch wollte ich dann doch nicht in die Schwinge bohren.
    Zuletzt geändert von Oberon; 04.10.2020, 03:06.

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    • #3
      Lol, da werden Erinnerungen wach...... Ähnliche Situation hatte ich auch. Aber gut, so ist es manchmal. Hatte mir damals noch Passschrauben bestellt, um das Spiel in der gesamten Umlenkung zu eleminieren. Und das was ich gefahren bin fühlte sich sehr gut an (kann aber auch an der frischen Schmierung/Lagerung liegen)!
      Bin einmal gespannt wie lange die neuen Distanzstücke halten. Neben Rost waren dort ordentliche Spuren von den Nadeln zu sehen und vor allem zu spüren. Bei den "neuen" Nadellagern musste ich feststellen, dass es die mit den losen Nadeln nicht mehr gibt/gab. Nur noch welche mit Käfig gefunden. Insofern sind weniger Nadeln verbaut als vorher, was sich natürlich auf die zur Verfügung stehenden Fläche auswirkt. Zwangsläufig muss die Flächenpressung steigen. Da das Problem eh schon bei Aprilia bekannt sein dürfte, bin ich gespannt ob der Zulieferer der Distanzstücke über die Jahre eventuell bei der Oberflächenhärte nachgelegt hat.......(bin halt ein Optimist)

      Grüße

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      • #4
        Hi,
        da gab es wohl einen kleinen Wartungstau an den Umlenkungen...
        Die abgerissenen Stehbolzen kann man manchmal raus bekommen indem man auf den überstehenden Rest eine Mutter aufschraubt und mit einem E-Schweißgerät die Mutter an den Stehbolzen schweißt. Dann 10 sek. warten bis die Hitze in den Bolzen gezogen ist und mittels Mutter den Bolzen ausschrauben. Klappt nicht immer, aber öfter.

        Gruß Felix

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        • #5
          Tach Felix,
          ich schätze dein Beiträge und technischen Kenntnisse wirklich sehr. Aber, nach 17 Jahren ober nach 47000 km hier von einem Wartungsstau zu sprechen.....niemals! Soll ich jetzt auch noch das Öl wechseln oder wie???
          Aber im Ernst, bin etwas skeptisch mit der neuen Bauart der Nadellager und der damit verringerten Fläche. Da mittlerweile Gestell zum Aufbocken etc. vorhanden ist, ist es einfacher zu handhaben um die Umlenkung zu prüfen. Ich hatte mir ein Intervall von 5000 km gesetzt um mir die Distanzstücke noch einmal anzuschauen. Werde dann ja sehen ob jemand "Eindruck" hinterlassen hat.

          VG Jan

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          • #6
            Zitat von felix Beitrag anzeigen
            Hi,
            da gab es wohl einen kleinen Wartungstau an den Umlenkungen...
            Die abgerissenen Stehbolzen kann man manchmal raus bekommen indem man auf den überstehenden Rest eine Mutter aufschraubt und mit einem E-Schweißgerät die Mutter an den Stehbolzen schweißt. Dann 10 sek. warten bis die Hitze in den Bolzen gezogen ist und mittels Mutter den Bolzen ausschrauben. Klappt nicht immer, aber öfter.

            Gruß Felix
            Naja, wenn manns nicht selber macht, machts niemand..
            Und der mit der Mutter anschweissen wäre schon was gewesen. Habe aber leider kein Schweissgerät
            Aber passt schon. Sie läuft wieder und fühlt sich richtig gut an. Die nächsten 60000km können kommen.

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            • #7
              Moin,
              bekanntlich führen viele Wege nach Rom. Hauptsache die Kiste brummt wieder!
              Hatte auch mal so eine Kiste mit Wartungsstau gekauft. Da waren gar keine Nadeln mehr drin, dafür 5cm Höhenspiel am Hinterrad...

              Gruß Felix

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