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    Hallo, habe nach anfänglichem Liebäugeln mit einer Tuono (alter Fred) nun eine Futura erworben, nachdem mir die kunsthistorische Bedeutung des Futurismus plötzlich klar wurde.
    Finde die Form und viele Details auch sehr gelungen (bis auf den breiten Sitz), und das Fahrwerk ist richtig Klasse (Vergleich mit VFR und RC33).

    Technische Frage: Wie kriegt man den Leerlauf höher?
    Fahrtechnischer Hintergrund:
    - Motor geht machmal (fast) aus, vor allem aber nicht nur nach dem Kaltstart
    - Starkes Ruckeln beim Gas-Anlegen nach Schiebebetrieb

    Dass für die LL-Drehzahl-Anhebung kein Hebel (wie zB bei VFR 800) und kein Einsteller vorgesehen ist - verstanden.
    Sicher geht es darum, "Manipulationen" wegen der Abgas-Werte um jeden Preis zu unterbinden.

    Es scheint aber (@ US-Foren) ein Gerät zu geben, mit dem man per Software den LL anheben kann.
    Ist das so, haben das Aprilia-Händler (und machen die Änderung auf Wunsch), oder kann/will man da selbst eine Software am Laptop betreiben?

  • #2
    Moin,
    die Leerlaufregelung bei der Futura läuft über das Steuergerät. Da kann man nichts einstellen. Da ist ein völlig anderes verbaut als in den Milles und Tuonos. Dein Problem könnte mehrere Ursachen haben. Falschluft wäre möglich, die ganzen Gummiteile sind über 20 Jahre alt. Guck Dir da mal die ganzen Schläuche zwischen Luftfilterkasten und Motor an. Die Stutzen zwischen Drosselklappe und Motor werden auch gerne rissig. Leerlauregelventil auch mal säubern. Benzindruck mal prüfen. Wenn Du die Zündung einschaltest, bei offenem Tankdeckel mal schauen, ob es im Tank blubbert. Wenn ja, Schlauch von der Benzinpumpe undicht.
    Damit würde ich erstmal anfangen

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    • #3
      Ok, ich habe da bisher nur oberflächlich hin geschaut, und werde das nochmal gründlich checken.
      Nur, das besagte Ruckeln nach Gas-wieder-Anlegen wurde seinerzeit auch in Testberichten von -neuen- RST kritisiert, scheint also eine hausgemachte Macke zu sein - die man vll abstellen kann, wenn man etwas anders einstellt als gemäß WHB.

      Gibt es denn irgendeine Prüf- oder Einstellsoftware für die Futura?
      Wie prüfen z.B. die Händler die Drosselklappenstellung?
      Zuletzt geändert von bb43; 11.03.2025, 14:42.

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      • #4
        - Tune ECU kann aufs steuergerät zugreifen.
        - drosselklappen synchronisieren
        - anderes mapping aufspielen (für die caponord heißt es "catfish"). Da gibts bestimmt für die futura auch etwas. Ist danach wie ein anderes motorrad.

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        • #5
          Zitat von schmutzi1990 Beitrag anzeigen
          - Tune ECU ... Ist danach wie ein anderes motorrad.
          Wow, nur 25 Taler und man bekommt ein anderes Bike - kann man da die Farbe aussuchen?


          Ok, habe mir die Tune ECU website angesehen, kommt mir wie ein typisch leicht bekifftes Nerd-Projekt vor.
          Viel Text, bunt durcheinander, der gleiche Inhalt 7 mal wiederholt.
          Und klar - "wer mit diesem Tool an sein Fahrzeug geht, sollte schon sehr genau wissen was er tut und er macht es auf eigenes Risiko.​"
          Woher soll er das wissen?
          Weil er schon 8 Aprilias damit behandelt hat, davon 3 verbessert, 2 verschlechtert und 3 erlitten einen Motorschaden?

          Ich erwarte ja nicht, dass jemand Haftung übernimmt, wenn ich das Mapping einer ECU ändere - aber ein qualifizierter Kommentar, welches Mapping welche Veränderung (Verbesserung?) bewirkt, wäre schon hilfreich.
          Da möchte ich vorher schon von jemandem lesen, der konkret ein Mapping aufgespielt hat und was es bei ihm brachte.

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          • #6
            Alter, wo bist du denn gegengelaufen?

            Ich hätte dir gerne alle deine fragen zu tune ecu und was du wie machen musst beantwortet, aber wenn einem so ans bein gepisst wird, bezahle jemanden dafür. Und hör bitte auf hier fragen zu stellen, wenn du eh keine antwort darauf haben willst.

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            • #7
              Zuviel davon gehört?:

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              • #8
                Habe zwischenzeitlich in anderen Foren geguckt, und einen Fred auf dem US-Forum apriliaforum-com gefunden "improving-05-mapping-with-tuneecu​".
                Da geht es aber überwiegend nicht um tuneECU oder die Mappings - das letzte Werks-Mapping '05' wird dort ganz gut bewertet - sondern um einen gewissen 'FPR-Mod':

                Zur Einspritzung gehört ein Benzindruckregler (FPR), der hier nicht (wie z.B. bei meiner Honda VFR) einen konstanten Druck regelt, sondern nur über eine Membran vom Ansaug-Unterdruck gesteuert wird:
                Drosselklappe zu > hoher Unterdruck > Absenkung Benzindruck (der sonst wegen der geringen Einspritzmenge ansteigen und das Gemisch anfetten würde)
                Bei der RST geht der Schlauch von dem FPR allerdings nicht zu einem Ansaugflansch ('manifold pressure'), sondern in die Airbox, wo i.w. Atmosphärendruck (ambient pressure) herrscht (beruhigt von Wind).

                Die Änderung (Mod) besteht einfach darin, den Schlauch vom FPR an den Ansaug-Unterdruck einer der beiden Zylinder zu stecken. Es liegen ja bereits zwei Schläuche lose unter der Airbox, die mit einem Stopfen verschlossen sind, der dann entfernt und eine Meßuhr zum Synchronisieren angeschlossen wird. An einem davon (ich nahm den vorderen, der am hinteren bereits die Rutschkupplung abzweigt) bringt man ein T-Abzweig an und legt einen Schlauch zum Druckregler. Der freigewordene Nippel am bisherigen Abzweig wird mit einer Kappe verschlossen (oder der Abzweig durch einen Verbinder ersetzt).

                heiggo - richtig, nun sieht man die Unterdruck-Schläuche aus einem gelblichen, transparenten Material, das wohl grundsätzlich - im US-Forum und auch bei mir - nach ein paar Jahren spröde wird und Risse oder Brüche zeigt. Es sind neben den beiden genannten noch vier weitere Schläuche, die man auf jeden Fall erneuern sollte - auch wenn man den Mod nicht anwendet.
                Dazu sollte der Tank zur Seite gelegt (gerne mit angeschlossenen Schläuchen) und die Airbox mit den 6 Linsen-Inbus-Schrauben abgebaut werden; wer geschickte Finger hat, kriegt es aber auch mit nur hochgeklapptem Tank hin.

                Ergebnis: Der Motor dreht beim Kaltstart ein paar Sekunden auf 3.000 U/min und liegt warm so zwischen 1200 und 1500 - bisher waren es nur etwa 1000.
                Das nenne ich erstmal einen Erfolg; vermutlch den neuen, dichten Schläuchen zu verdanken.

                Zudem sank der Verbrauch (über ~200 km Landstraße) von 7,8 auf 6,9 l/100km.
                Immer noch etwas hoch, aber ein Fortschritt - dürfte i.w. dem niedrigeren Benzindruck durch den 'FPR-Mod' zu verdanken sein.
                Nächster Schritt ist dann wirklich tuneECU, womit man wohl das Leerlaufgemisch (IFT - idle fuel trim) einstellen kann; vielleicht wurde es bei meiner Maschine auch hochgedreht, um den LL anzuheben.
                Berichte dann wieder.
                Zuletzt geändert von bb43; 20.03.2025, 19:16.

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                • #9
                  Das "(der sonst wegen der geringen Einspritzmenge ansteigen und das Gemisch anfetten würde)" ist nicht korrekt.


                  Der kraftstoffdruckregler mit referenz zu atmosphäre regelt immer einen konstanten druck von zb 3 bar ein. Einen konstanten kraftstoffdruck.
                  jedoch ein nicht konstantes druckgefälle von ansaugdruck zu kraftstoffdruck. Bei geschlossenen drosselklappen mit zb einem unterdruck von -0,5bar entsteht bei konstantem kraftstoffdruck von 3bar ein druckgefälle von 3,5bar.
                  beim saugmotor relativ irrelevant und verkraftbar. Bei 1 und 2 zylindermotoren lässt mans üblicherweise weg, da die hohen druckpulsationen in den ansaugtrakten eine schwingung am kraftstoffdruck erzeugen würden. Bei den 4 zylinder motorrädern sind deshalb auch immer alle 4 ansaugtrakte mit t-stücken verbunden und dann zum regler geführt.
                  Bei motoren mit turbolader wird der referenzanschluss des kraftstoffdruckreglers eigentlich immer mit dem plenum verbunden, um das druckgefälle plenum zu kraftstoffdruck konstant zu halten, und bei höheren ladedrücken überhaupt noch ein druckgefälle zu haben. Mit 3bar kraftstoffdruck und 2 bar ladedruck hätte man nur noch 1 bar differenz und somit eine schlechte zerstäubung und nur noch 58% durchluss im gegensatz zu 3bar differenz (dann 5bar kraftstoffdruck).

                  durch dein verbinden eines ansaugtraktes mit dem druckregler magerst du je nach last ab. Bei volllast bleibt es die selbe einspritzmenge.

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                  • #10
                    Ok, danke für die Erklärung.
                    Ich habe meine Weisheit aus dem besagten Thread im apriliaforum-com.
                    Die Berichte dort sind recht eindeutig, mehrfach wird bestätigt, dass die Änderung weniger Verbrauch und weniger Ruckeln beim Gas-Wiederanlegen nach Schiebebetrieb bringt.
                    Das kann ich auch bestätigen.
                    Zudem wird dort berichtet, dass die FPR-Unterdruck-Leitung bei Mille und Tuono auch an einen Ansaugkanal geht.

                    Daher scheint mir plausibel, dass sich da bei der Futura ein Konstruktionsfehler (/Zeichnung /Arbeitsplan) eingeschlichen hat, der dann wegen der kleinen Stückzahlen nicht viel Aufsehen erregte und später nie (per service bulletin o.ä.) offiziell korrigiert wurde.
                    Nebenbei eine kleine ABM-Maßnahme für die Händler, soll ja bei anderen Herstellern auch mal vorkommen ;-)
                    Auch technisch mag ich nicht ganz einsehen, warum ein Apriilia 1000er Zweizylinder deutlich mehr Benzin brauchen soll als ein ähnlich leistungsstarker von BMW, Honda oder Ducati.

                    Hier noch Fotos a) die brösel-Schläuche b) FPR-Umbau:
                    Die mit 'V' (vorne) markierte Leitung ging bisher direkt an den Nippel am Ansaugflansch (oben mitte), nun leitet ein T-Abzweig eine Leitung zum Druckregler (oben re);
                    der dafür vorher genutzte Abzweig ist nun mit einer roten Kappe verschlossen (unten re).
                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: P3190078_b.jpg Ansichten: 0 Größe: 184,0 KB ID: 20456 Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: P3180076_b.jpg Ansichten: 0 Größe: 130,8 KB ID: 20457
                    Zuletzt geändert von bb43; 21.03.2025, 13:35.

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                    • #11
                      Der OBD-Adapter mit Aprilia Kabel sind nun aus England angekommen (lonelec.com).
                      Die tuneECU App zeigt auch die Verbindung zum Adapter an.

                      Aber - der Versuch, die App zu registrieren, scheitert "You must be connected to Internet".
                      Das bin ich durchaus, Browser etc. arbeiten einwandfrei.
                      Hat jemand eine Idee, wo es da hakt?

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                      • #12
                        Also, die tuneECU app läuft nur bis Android 13 (08.2022), ab Version 14 (10.2023) hat Google strengere Prüfungen für Netzzugriffe eingeführt, dann läuft das nicht mehr.
                        Aber - ich fand eine Windows Version 2.5.8, die seinerzeit als freeware vertrieben wurde.
                        Diese konnte sich einwandfrei auf einem Windows-10 Laptop über den lonelec-Adapter und USB-C mit der ECU verbinden (Zündung ON !).

                        Habe die vorhandene Map 05.. ausgelesen und gespeichert, aber daran vorerst nichts geändert.

                        Dann den IFT (idle fuel trim) Wert testhalber mal deutlich gesenkt - von 19.5 auf 6.5
                        Anders als erwartet läuft das Krad nun sehr sauber und nimmt ohne Rucken Gas an, auch noch bei 1800 rpm im 5. Gang.
                        Ich erwarte da auch eine weitere Senkung des Benzinverbrauchs, werde dann berichten.
                        Also entweder das Leerlauf-Gemisch ist ab Werk so -zu- fett eingestellt, oder ein Vorbesitzer / Werkstatt hat das so hochgeregelt, um einen höheren Leerlauf zu bekommen (anstatt die brüchigen Schläuche zu reparieren).

                        So oder so, ich empfehle jedem RST-Treiber:
                        a) Unterdruck-Schläuche (nach Demontage der Airbox) prüfen und ggf (wenn es die gelb/transparenten sind) zu ersetzen
                        b) tuneECU und Adapter besorgen und den IFT Wert mal testhalber deutlich herab setzen

                        Ob man dann bei a) auch noch den FPR-Mod durchführt, soll jeder selbst entscheiden.
                        Danach ändert sich aber - wie schmutzi1990 erklärte - das Gemisch, sodass der IFT Wert anders wirkt; also ggf. erst der Mod, dann mit tuneECU den IFT ändern.
                        Ein Schaden kann m.E. durch einen falschen IFT Wert nicht entstehen, da er nur das Leerlauf-Gemisch ändert; anders als wenn man die Mapping-Tabelle ändert (zu mageres Gemisch kann zu heisse Verbrennung bewirken > Loch im Kolben; falsche Vorzündung kann Klopfen erzeugen > mechanischer Verschleiss).
                        Zuletzt geändert von bb43; 02.04.2025, 12:53.

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