RSV Mille RP - Schwimmen mit dem Blauwal

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    Mir ist da ja eine blaue RSV Mille RP aus 2001 zugeflogen welche ich jetzt einen bisschen beschraube und dann in der kommenden Saison ein wenig bewegen möchte. Erstmal auf der Straße, aber sicherlich auch zum probieren mal auf der Renne.. wo ich sonst luftgekühlte Ducatis, 1100 Hyper Motor in 999 Fahrwerk und so kram, scheuche.

    Der Blauwal braucht vor dem Einsatz im nächsten Jahr ein bisschen Pflege, so gab es als erstes mal neue Brembo Serie Oro Bremsscheiben und frische EBC Beläge, auch wenn die alten Beläge noch viel Fleisch haben.. die Scheiben waren kurz vor der Verschleißgrenze und arg wellig. Vom Dreck in den Bremszangen ganz zu schweigen. Also erstmal ordentlich sauber gemacht.



    Dann warf ich einen Blick in die Airbox und wunderte mich was das für ein komischer Papierfilter war, bis ich feststellte das es sich um einen K&N Filter handelte der wohl schon sehr lange keine Wartung mehr gesehen hatte und quasi kein Filteröl mehr drin hat. Den erstmal trocken und dann nass zu reinigen hat echt eine Weile gedauert, dann gab es frisches Öl. Wo die Airbox schon mal offen war, hab ich noch einen Blick in Richtung Ansaugmuffe geworfen.. da war doch schon mal wer dran oder? Wo der Tank schon oben war, gab es noch neue Hitzeschutzmatte für die Tankunterseite, die alte wurde nur noch notdürftig von Gaffatape gehalten.




    Der nicht ganz originale Ansaugkanal und der verbaute Akrapovic ESD liessen mich dann vermuten das auch in Richtung Steuergerät nicht mehr alles so ganz original sein könnte. Ein Blick zu PIN16 bestätigte das, den hat jemand mit Hilfe einer Lüsterklemme getrennt. Interessante Idee. Wo ich in der Ecke schon mal war, schaute ich auch noch ins Steuergerät und da kam ein EPROM von Dynotec zum Vorschein. Jemand ne Idee für welches Setup die so sind?



    Was ich jetzt noch auf der To-Do habe ist nach der Lagerung der Federbeinumlenkung zu schauen und wenn ich die eh schon auseinander habe, dann kann ich auch gleich noch was schönes einbauen. Aber dafür muss ich den Wal erstmal an die Laufkatze an der Decke hängen. Das mach ich ein andernmal.

    https://vauzweirad.de

  • #2
    Keine eine Idee zu dem EPROM?

    Heute ging es weiter bezügliche des Federbeins:

    Um das Öhlins Federbein in den Blauwal zu bekommen, kommt man ja an der Federbeinumlenkung nicht vorbei. Da ich an verschiedenen Stellen schon gelesen habe das die Nadellager der Umlenkung ein gern übersehenes Verschleißteil bei der Mille sind, hab ich die Gelegenheit natürlich genutzt um dort auch mal nachzuschauen.

    Dazu musst das ganze Gerät erstmal entsprechend aufgebockt werden, also Gewindestange durch die Schwingenachse und Jack-Stands drunter, die passten mit ca. 5mm links und rechts neben den Rahmen und mit ca. 3mm Luft zwischen Bühne und Hinterrad reichte es dann auch zum ausfedern des Hinterrades. Glück gehabt, sonst hätte ich das ganze neben der Bühne oder an der Laufkatze aufhängen müssen.





    Da jetzt das Hinterrad in der Luft und vor allem für die Schrauben an der Umlenkung im Wege war, kam das auch gleich raus. Das war eine gute Idee wie sich rausstellte, denn die Radlager waren etwas gruselig. Interessanterweise waren die Lager im Kettenradträger hervorragend, während die Lager im Rad selbst hinüber sind. Da braucht es also neue.

    Weiter ging es mit den Verschraubungen am Umlenkungsdreieck. Nachdem ich den Endschalldämpfer aus dem Weg gebaut hatte, gingen zwei von denen so auf, die dritte konnte ich erst mit dem Schlagschrauber überreden. Schon die Muttern liessen auf nichts gutes schließen.





    Und leider bewahrheiteten sich die Vorahnungen dann auch, zwar sind die Lagerbolzen jetzt noch nicht rostig und festgegammelt, aber sie haben auf der Druckseite doch ganze ordentliche Laufspuren. Wenn man mit dem Fingernagel drüber fährt merkt man wo die Nadeln der Lager sich eingearbeitet haben.



    Nach dem reinigen der erbeuteten Teile stellte ich dann noch fest das der Knochen sich wohl auf den Rollen verschoben und an den Dreiecksplatten gerieben hat. Wenn auch nicht fatal, doch etwas ärgerlich. Vier PTFE Ringe für ein paar Cent links und rechts vom Knochen hätten das verhindern können.





    Nun ist zumindest mal klar was alles kaputt und was neu muss, Ersatz ist auch schon geordert. So lange warte ich jetzt noch mit dem Einbau des Federbeins und putze erstmal die jetzt, aber sonst nicht, gut zugänglichen Stellen.
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    • #3
      Hi,

      das Eprom könnte man höchstens mit einem bekanntem z. B RP58 vergleichen. (P/N). Dein Setup ist aber jetzt nicht weltbewegend modifiziert. Wichtig ist schon mal dass das CO ok ist, es sich sonst gut normal fährt und dabei der Verbrauch bei 6-6.5 liter liegt.

      Ich würde aber auf jeden Fall https://www.dynotec.de mal anlaufen, bzw. anrufen. Da kann dir vielleicht gleich weitergeholfen werden.

      schöne schrauberreiche Festtage gewünscht.

      Grüsse,

      Harry

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      • #4
        Hi Harry, dynotec hab ich tatsächlich schon angeschrieben aber bisher keine Antwort bekommen. Vielleicht ist die Mail übersehen worden, sie haben tatsächliche Arbeit zu erledigen oder machen halt wirklich nur noch Guzzi. Ich probiere es im neuen Jahr einfach noch mal.

        Was den Verbrauch angeht hab ich keine Ahnung, bisher bin ich das Motorrad nur 20 Minuten zur Probe gefahren.

        Ebenso schöne Festtage!
        https://vauzweirad.de

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        • #5
          Als letzte Werkstattarbeit für 2022 hatte ich mir den Austausch der Radlager in der Mille Hinterradfelge vorgenommen. Die neuen Lager hatte ich schon zuhause in den Tiefkühlschrank getan und dann mit Kühlakku in die Werkstatt transportiert.

          Der Plan war simpel, alte Lager raus, neue Lager rein. Was auch sonst. Leider gestaltete sich das “raus” schwierig. Erstens waren die Lager schon etwas angegammelt und zweitens waren die Aussparungen in der Hülse zwischen den Lagern, in welchen man eigentlich einen Durchschlag oder Abzieher ansetzen kann, sehr klein und der innere Rand der inneren Lagerschale war abgerundet. Damit war es quasi unmöglich einen Durchschlag anzusetzen, man rutschte immer wieder ab. Auch mein Abzieher fand keinen Halt und rutschte immer wieder durch. Die Abstandshülse selbst war auch so fest, das man sich nicht verschieben konnte.

          Am Ende blieb mir nichts anderes übrig als mit einem Dremel das Loch in der Abstandshülse aufzufräsen, dann konnte ich endlich Kraft mit dem Durchschlag auf das Lager ausüben und nachdem es sich gelockert hatte, war auch genug Luft damit der Abzieher halt fand.



          Das ganze hat bestimmt 3h gebraucht, weswegen ich dann keine Lust mehr hatte die neuen Lager einzubauen, sondern hebe mir das fürs neue Jahr auf.

          Dafür hab ich mich dann noch an die Nadellager in der Schwinge gewagt, die waren dann mit einer Gewindestange und ein bisschen improvisieren relativ schnell draußen, wo einem dann auch die Nadeln schon entgegen fielen. Die neuen Nadellager haben einen Lagerkäfig.





          Am Tag der Abfahrt in den Silvesterurlaub kamen dann noch Ersatzteile für die Umlenkung an. Ich hab von dem netten Menschen der mir schon das Öhlins Federbein verkauft hat, die komplette Umlenkung gekauft. Die besteht aus einem Knochen von Racetorx welcher deutlich stabiler ist als der originale Knochen, einmal allen Lagern, Dichtungen, Lagerbolzen und noch den Dreiecksplatten. Allerdings sind diese wohl von einer Heckhöherlegung, da muss ich mir noch überlegen ob ich diese überhaupt verbauen möchte.

          Aber das gehe ich erst im nächsten Jahr an. Denn jetzt ist erstmal Urlaub angesagt, von daher bis nächstes Jahr und guten Rutsch!




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          • #6
            Lager sind alle wieder drin.

            Dann konnte ich endlich den ganzen Umlenkungströdel samt Öhlins Federbein wieder einbauen, die Verkleidung wieder anbauen und das Gerät wieder auf eigene Beine stellen. Denn als nächstes Stand auf dem Plan eine kleine Modifikation zu basteln. Von meinen Ducatis bin ich ja gewöhnt mit umgekehrtem Schaltschema zu fahren, also 1. Gang ist nach oben, hochschalten nach unten. Damit ich mich nicht umgewöhnen muss auf der Mille, wollte ich das dort auch haben. Nun hat die Mille aber von Hause aus einen Direktschalthebel an der Schaltwelle, ergo kann man da nicht einfach was umstecken.

            Gesucht wurde ein Schaltgestänge wo man beim drauf treten, die Schaltwelle gegen den Uhrzeigersinn dreht, fürs Hochschalten. Blöd hinzu kommt allerdings, dass die Verkleidung verhindert das man den Hebel auf der Schaltwelle nach unten auslegt. Da ist schlicht kein Platz. Ergo muss der Hebel nach oben zeigen und am Fußhebel muss die Schaltstange ebenfalls oben angebracht sein.

            Ich hab mir von einer RS125 erstmal das Schaltgestänge besorgt, denn ich las irgendwo das der Hebel für die Schaltwelle die gleiche Verzahnung hat wie die RSV. Da konnte ich zumindest schon mal diesen draus nehmen und auch die mitgelieferte Schaltstange weiter benutzen. Der Fußhebel selbst war ungeeignet (s.o.).

            Nach ein wenig wühlen im Regal fand ich dann einen Fußbremshebel aus irgendeiner Ducati, wenn man den auf dem Kopf montiert, zeigt die Befestigung für die Schaltstange nach oben. Man kann natürlich für viel Geld solche Fußhebel auch kaufen.

            Jetzt brauchte es nur noch eine passende Befestigung an der Fußraste, welche ja immerhin schon mal ein passendes Befestigungsloch ab Werk hat. Ich hab dann eine Gewindemuffe bis auf ein Stückchen Sechskant abgedreht, so das sie gerade so durch das Loch in der Fußrastenhalteplatte durch geht. Dann kamen noch ein paar passende Abstandshülsen dazwischen und schon konnte ich den Fußhebel ordentlich festschrauben, so das er noch sein nötiges Spiel zum Bewegen hat. Die Schaltstange wurde dann noch passend eingekürzt. Trocken Schalten funktioniert schon mal problemlos, spannend ist dann natürlich ob es beim Fahren auch funktioniert. Ganz 100%ig sicher bin ich mir mit dem Verhältnis der beidem Hebel auf Schaltwelle und am Fußhebel noch nicht, aber ich werde das einfach mal ausprobieren. Die Nase in der sonst der Stempel für den Bremslichtschalter steckt muss ich noch weg machen.



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            • #7
              Moin foobar423,
              ich fahre auch das GP-schema. Dabei muss aber die Verkleidung, wie von Dir beschrieben, bei den meisten Zubehörschaltungen ( Stange unten)) leicht angepasst werden. Das habe ich bei mir gemacht und es fällt eigentlich kaum auf. Beide Schemas können jetzt eingestellt werden. Ich hoffe das Gestänge steht bei dir dem Fuß nicht im Weg.

              Der Hebel am Getriebe ist schon extrem ungünstig / schräg positioniert. Ich schätze dass das zu zu hohen Schaltkräfte führt besonders beim Hochschalten. Aber eingekürzt ist das Gestänge ja schnell sollte das so sein.

              Grüsse,
              Harry

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              • #8
                Hi Harry,

                wäre das ne Rennverkleidung, wäre mein erster Griff auch zur Säge gewesen und entsprechend die Verkleidung gekürzt, aber bei dem originalen Kram hab ich da erstmal Hemmungen.
                Gestänge sollte nicht im Weg sein, erfahrungsgemäß hab ich die Füße da nicht so weit nach innen beim drauf treten und es Verläuft logischerweise auch hinter dem Hebel.

                Beim trocken Schalten mit der Hand war das erstmal nicht auffällig viel mit der Kraft zum Schalten, aber da warte ich mal die Probefahrt ab wie das dann so ist. Deswegen hab ich die Stange erstmal so gelassen, weil wieder was dran pappen ist immer so schwierig.
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                • #9

                  bei mir sieht es so aus. Es ist so, mit der schwarzen Verkleidung kaum sichtbar. Da gibt es schlimmeres ( wie die Aussparung für die doppelflutige Auspuffanlage.)

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                  • #10
                    Bin durch Zufall über einen Umkehrschalthebel von LSL für die RSV4 gestolpert, passte ohne große Modifikation auf meine schon vorgenommenen Umbauten. Schaltstange hab ich jetzt doch noch mal auf Harrys Anmerkungen hin ein bisschen gekürzt.
                    Praktischerweise war noch ein Kugelgelenkkopf mit Linksgewinde dabei, so das ich an beiden Seiten der Schaltstange jetzt welche habe, und das Fußstück des originalen Schalthebels passt. Also kann ich das jetzt prima feineinstellen. Schicker ists natürlich auch.

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                    • #11
                      Ich hatte noch eine alte Bursig Adapterplatte und Rahmenhülse von einer Ducati Monster rumliegen und da ich auch für alle meine anderen Mopeds so einen Ständer habe, hab ich mir kurzerhand einen passenden unteren Aufnahmedorn gedreht und jetzt darf der Blauwal auch fliegen. Praktisch für den geplante Ausflug zum Sachsenring im Juli.

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