Moin Allerseits,
das gibt eine Veranstaltung, die heißt SpaItalia in Spa-Francorchamps. Die setzt sich zusammen aus einem Event für italienische Austos und einem Freien Training für Motorräder aller Marken ab 600 ccm. Den Text von einem Bericht darüber hänge ich mal unten an.
Ich würde mich freuen, wenn an der Veranstaltung am 17. Juli 2018 mehr italienische Motorräder teilnehmen würden, um dem Namen SpaItalia besser gerecht zu werden. Man kann auch die beiden Tage vorher dazubuchen, damit es sich mehr lohnt. Spa ist eine absolutgeile Strecke.
SpaItalia: http://www.spaitalia.be/
Buchung: http://registration.dgsport.eu/eshop/event/123/detail/
Training davor: http://registration.dgsport.eu/eshop/event/122/detail/
nicht billig, aber den Preis wert
Ich hoffe, man sieht sich!
Felix

Bella Macchina in Belgien
SpaItalia 2017
SpaItalia - nein, Spa liegt nicht in Italien. Spa ist ein kleiner Ort in Belgien in der Nähe einer phänomenalen Rennstrecke, und auf dieser findet schon seit ein paar Jahren eine Veranstaltung namens SpaItalia, bei der italienische Fahrzeuge im Mittelpunkt stehen sollen, statt. Grund genug, mal einen Ausflug in die Ardennen zu machen.
Spa-Francorchamps ist ein klangvoller Name mit einer langen Tradition. 1921 eröffnete ein Motorradrennen den Kurs. Damals wurden die Rennen noch auf öffentlichen Straßen ausgetragen, und die Länge einer Runde betrug 14,14 Kilometer. Im Laufe der Jahre wurde der Ring mehrfach modifiziert und verkürzt. Bis 2001 war die Formel Eins-Piste aber immer noch keine permanente Rennstrecke, sondern führte teilweise über öffentliche Landstraßen, die für Rennveranstaltungen gesperrt werden mußten.
Heute beträgt die Länge des Rundkurses 7,004 Kilometer. Damit ist die Piste im-mer noch doppelt so lang wie manche andere Rennstrecke und weist neunzehn Kurven auf. Der Höhenunterschied ist mit 97 Metern beachtlich. Hier geht es schwindelerregend bergauf und bergab, weshalb dieser Kurs auch gerne die Ardennenachterbahn genannt wird.
Die Formel Eins fährt hier heute noch, Motorrad Grand Prix finden aber seit 1990 aus Sicherheitsgründen nicht mehr statt. Für diese PS-Granaten sind die Auslaufzonen an manchen Stellen doch etwas knapp bemessen.
Für den 18. Juni stand nun SpaItalia im Kalender. Diese Veranstaltung gibt es bereits seit 2002. Im Mittelpunkt stehen die Autos aus Bella Italia, aber auch Motorräder können an SpaItalia teilnehmen. Das war doch die ideale Gelegenheit, einmal auf dieser legendären Rennstrecke ein paar Runden zu drehen. Die Teilnahme kostete 269 Euro und bein-haltete fünf Turns mit unterschiedlichen Längen von 20, 25 bzw. 30 Minuten. Autos und Motorräder sollten abwechselnd auf der Strecke fahren, dazu Rahmenprogramm, das klang doch gut.
Das Fahrerlager öffnete erst am Sonntagmorgen ab 7:00 Uhr seine Tore für die Teilnehmer. Der Platz, welcher für die Motorradfahrer vorgesehen war, war doch etwas begrenzt, aber schließlich fand jeder genug Raum, konnten wir Biker doch zwei
weitere Flächen im Fahrerlager nutzen.
Vor Ort stellte sich heraus, daß sich das „Italia“ in SpaItalia hauptsächlich auf die Autos bezog. Bei dem Motorradteil der Veranstaltung handelte es sich mehr oder weniger um ein ganz normales Renntraining, offen für alle Marken, lediglich mindestens 600 Kubikzentimeter Hubraum schrieb der Veranstalter vor. Der Anteil an Italo-Bikes war kaum höher als bei anderen Renntrainings. Das war im ersten Moment ein wenig ernüchternd, hatte man doch etwas anderes erwartet. Egal, erstmal die Formalitäten erledigt und schon mal hier und da einen Blick auf die tollen italienischen Autos geworfen.
Für die Motorradteilnehmer waren Fahrerbesprechung und Phonmessung obligatorisch, es galt ein Limit von 100 dB. Bei der Phonmessung erhielt man einen Aufkleber auf die Verkleidung. So mancher Komiker baute danach einen lauteren Auspuff an. Solche Leute werden dann aber meist durch die permanente Geräuschmessung herausgefiltert und mit der schwarzen Flagge und Anzeigen der Startnummer von der Strecke geholt.
Die Motorräder fuhren in zwei Gruppen und starteten das Tagesprogramm auf der Piste, dann kamen die Autos dran, und so ging es im Wechsel weiter. Bei den Vierrädern gab es zwei Kategorien: bis/über 300 PS. Außerdem dazu noch drei spezielle Paraden, wovon eine diesmal Fiat 500 als Thema hatte.
In der Nenngebühr von 269 Euro war für die Motorradfahrer die Transpondermiete bereits enthalten. In der Mittagspause sortierte der Veranstalter die beiden Gruppen entsprechend der gefahrenen Rundenzeiten neu, so daß die Geschwindigkeitsunterschiede in den Gruppen nicht zu hoch waren.
Wir Motorradfahrer hatten zwischen den Turns genug Zeit, um durch das Fahrerlager zu schlendern, um die Bella Macchinas und das Treiben rundherum anzuschauen. Dort präsentierten sich am Ende der alten Boxengasse Lamborghinis, unterm Parkdeck eine Sonderausstellung zum Thema „70 Jahre Ferrari“, gegenüber der Tankstelle jede Menge Fiat 500 - alt und neu - sowie im ganzen Fahrerlager diverse andere italienische Autos - sowohl als Ausstellungsfahrzeuge als auch die Sammler- und Alltagswagen der Besucher vom Lancia Stratos über Iso Griffo bis zum neuen Fiat Spider. Dazwischen ein paar wenige Autos, die nicht aus Italien kamen, aber bei einem Aston Martin, McLaren oder einem Ford GT 40 drückt man schon mal ein Auge zu.
Im Fahrerlager hatten ein paar Händler ihre Stände aufgebaut. Unter anderem war Ducati Belgien mit einem großen LKW und diversen aktuellen Motorrädern vertreten. Hier gab es die Möglichkeit zu geführten Probefahrten mit fast der kompletten Palette. Außerdem konnte man die Desmosedici von 2010 von Casey Stoner bewundern.
Der Eintritt kostete 10 Euro pro Person und nochmal 10 Euro pro Fahrzeug. Clubs konnten sich zu ermäßigten Preisen präsentieren.
Das war doch jetzt mal ein Renntraining der anderen Art. Selbst seine Runden auf dieser sagenhaften Piste drehen und dann im großen Fahrerlager diese lebende Ausstellung der italienischen Ingenieurs- und Designkunst genießen. Anläßlich SpaItalia waren auch die ganzen Verpflegungsstände, die bei einem normalen Renntraining geschlossen sind, geöffnet. Billig waren die aber nicht: Eine Bratwurst mit Pommes kostete neun Euro. Eine Dose Pepsi schlug mit drei Euro zu Buche. Dann doch lieber ein Menü mit einem Getränk in der Pit Bar, das kostete nur drei Euro mehr. Die Pit Bar im zweiten Stock der neuen Boxengasse verfügt über eine Aussichtsterrasse mit tollem Panoramablick über Teile der Rennstrecke.
Viele, die je mal in Spa gefahren sind, schwärmen in den höchsten Tönen von dieser Strecke. Und das kann ich nur bestätigen, der Kurs ist mehr als megaklasse! 17,5 Prozent Steigung, am Ende blind über ein Kuppe von Rechtsschräglage in eine Linkskurve einbiegen, das hat schon was. 19 Prozent Gefälle sind auch nicht schlecht. Eine wahre Bergundtalbahn mit sehr langen Vollgaspassagen und harten Bremsmanövern aus hoher Geschwindigkeit. Dazu eine gute Infrastruktur mit Tankstelle, Medical Center usw. sowie professionelle Organisation. Der Kurs hat es auf Anhieb geschafft, eine meiner Lieblingsstrecken zu werden.
Im letzten Jahr fand SpaItalia im Oktober statt. Wieso die Veranstaltung auf Juni verlegt wurde, weiß ich nicht, aber auf alle Fälle zeigte sich Petrus mit Temperaturen bis zu 30 Grad, aber immer wieder mit leichter Bewölkung, von seiner besten Seite. So mancher fuhr mit einem ordentlichen Sonnenbrand nach Hause.
Im nächsten Jahr werde ich sicherlich wieder gerne zu SpaItalia fahren, und ich hoffe, daß dann ein paar mehr italienische Motorräder an der Veranstaltung teilnehmen, um dem Namen besser gerecht zu werden.